Eine dritte Klasse der Tetenbüller Grundschule besuchte das Museum.
Ich fand dazu einen Bericht in den Husumer Nachrichten vom 4. Mai 2010:
Schaut:
Ausflug ins Museum
Kinder erfahren viel über die Geschichte der Landschaft Eiderstedt
Statt feierlicher Stille hallen Kinderlachen und Fußgetrappel durch die Räume des Museums der Landschaft Eiderstedt. Die dritte Klasse der Grundschule Tetenbüll ist zu Besuch. „Die einzige Grundschule in der Landschaft Eiderstedt, die uns regelmäßig besucht“, freut sich Museumsleiter Peter Bothe und wünscht sich, dass mehr Schulen diesem Beispiel folgen.
Im Dezember wurde die neue Daueraustellung zur Geschichte der Landschaft Eiderstedt eröffnet. „Seit Wochen behandeln wir dieses Thema im Heimat- und Sachunterricht“, erzählt Klassenlehrerin Susanne Preuß. Wo liegt welche Ortschaft? Was hat es mit den Haubargen auf sich? Um solche Fragen zu klären, klebten die Kinder Ortsschilder auf eine Eiderstedt-Karte, die auf ein Bettlaken gemalt war. Sie bastelten eine Zeitleiste und ordneten Daten zu, malten Exponate des Museums von Fotos ab. Lernen mit allen Sinnen eben statt Auswendiglernen dröger Zahlen. Das Ende dieser Unterrichtseinheit krönte nun der Ausflug ins Museum.
„Der Ausstellungsrundgang ist chronologisch aufgebaut. Wir spannen den Bogen vom frühen Mittelalter bis hin zur Neuzeit“, erklärt Peter Bothe das Konzept. Ein Thema ist auch die Wetterbeobachtung. Seit 1936, so erfahren die Schüler, wurde diese zunächst von ehrenamtliche Laienhelfern geleistet, seit 1999 gibt es die Wetterwarte St. Peter-Ording des Deutschen Wetterdienstes.
Besonders interessieren sich die Kinder für das häusliche Leben vergangener Zeiten. „Darin haben die Leute fast aufrecht sitzend geschlafen“, staunt eine Schülerin und zeigt auf einen Alkoven, der ihr allzu kurz vorkommt. Fremdartig muten die bis zu 300 Jahre alten Arbeitsgeräte zur Wollbearbeitung und Textilpflege an. Mangelbretter, Haubenschachteln und Bügeleisen gehörten zur Ausstattung der Braut.
Fasziniert heften ihre Klassenkameraden ihre Blicke auch auf das schwarze Brautkleid. Wer käme von allein auf den Gedanken, dass die Braut 1850 schwarz trug, damit das Kleid auch für andere festliche Anlässe verwendet werden konnte?
Und was hat es mit dem Pfahlbau auf sich, der „Giftbude“ genannt wird? „Hier gifft dat wat“, schmunzelt Hans Peter Dreesen, ehrenamtlicher Museumsführer, und lüftet das gar nicht gefährliche Geheimnis des kuriosen Namens: „Gift ist das englische Wort für Geschenk. In der Giftbude wurden Erfrischungen ausgeschenkt.“
„Das Museum der Landschaft Eiderstedt ist ein Museum gerade auch für die Landschaft selbst, für die Einheimischen. Deren Interesse möchten wir wecken, und das hoffen wir zu erreichen, indem wir mit Schulen zusammenarbeiten“, betont Peter Bothe und lobt die intensive Vorbereitungsarbeit im Unterricht. „Können wir noch ein wenig gucken?“, kräht es aus der Traube von Kindern, die sich um ihn geschart haben. Und diese Reaktion sagt wohl alles darüber aus, wie wenig langweilig ein Museumsbesuch sein kann. Nachahmung gewünscht.